Viel los diese Woche

Bei bestem Wetter hat sich diese Woche Einiges getan, der nächste Satz Gemüse wurde gepflanzt, wir sind mitten in der Pflanzung der restlichen Kartoffeln, im Folienhaus wurden Tomaten und Gurken gepflanzt und der erste eigene Salat ist erntereif.
 
Das Gemüse braucht eine gewisse Zeit bis es erntereif ist und kann dann nur eine gewisse Zeit geerntet werden, bis es überständig ist. Daher muss man hier in gewissen Abständen immer wieder pflanzen, um später kontinuierlich ernten zu können. Diese Woche war nun die dritte Pflanzung im Freiland an der Reihe.
 
Bei den Kartoffeln ist es etwas anders. Die Frühkartoffeln müssen so früh es geht in den Boden (sobald kein strenger Frost mehr droht und die Böden trocken genug sind), damit man frühestmöglich mit der Ernte beginnen kann (wir berichteten). Im Anschluss erfolgt auch hier eine weitere Pflanzung, damit die Versorgung nicht abbricht. Die Hauptkartoffeln, die dann im Herbst geerntet und eingelagert werden und die Versorgung den gesamten Winter über und bis zu den nächsten Frühkartoffeln sichern, dürfen allerdings nicht zu früh gepflanzt werden. Denn an den heißen Tagen im Juli und August dürfen sie noch nicht zu weit entwickelt sein, damit sie noch volles Laub haben und dieses die Dämme beschattet, damit die Knollen nicht zu warm werden (im Extremfall werden diese sonst nahezu gekocht, im weniger Extremen wird die Alterung stark beschleunigt und die Kartoffeln beginnen sehr früh und stark zu keimen). Pflanzt man sie zu früh, so ist die Kartoffel bereits in der Abreife und das Laub stirbt ab und kann keinen/weniger Schatten spenden. Langjährig hat sich bei uns daher eine Pflanzung Mitte/Ende April (je nach Witterung) etabliert.
 
Die Tomaten und Gurken sind sehr empfindlich was kalte Temperaturen angeht. Unsere Folienhäuser sind nicht beheizt, sondern werden nur durch die Kraft der Sonne warm. Die Temperatur in Ihnen ist daher nur etwas höher und die Schwankung etwas gedämpft. Daher können wir hier "erst" Tomaten und Gurken pflanzen, sobald höchstens noch einzelne kalte Nächte drohen, aber kein genereller und langfristiger Temperatureinbruch mehr zu erwarten ist. Auch hier hat sich Mitte April als bester Kompromiss zwischen Frühzeitigkeit und Kälterisiko etabliert.
 
Bis vor wenigen Jahren waren wir strikt regional-saisonal. Das hatte aber zur Folge, dass Ausgangswinter und im frühen Frühjahr die Regale relativ leer waren (dann gibt es nur noch ganz wenige Produkte die noch geerntet werden können (z.B. Möhren und Porree) und andere die gut gelagert werden können (z.B. Kartoffeln, Zwiebeln, Kohl, Äpfel). Da das aber einfach nicht die Konsumgewohnheiten der allermeisten Leute widerspiegelt und folglich unser Kundenstamm jeden Winter stark geschrumpft ist und wir diesen jedes Frühjahr aufs Neue hart wieder aufbauen mussten, gibt es nun seit einigen Jahren auch bei uns, wie im Supermarkt, das ganze Jahr über die meisten Produkte zu kaufen, dann z.B. aus Spanien importiert. Dennoch ist unser Konzept nach wie vor möglichst viel selber herzustellen und den Rest nach Möglichkeit regional (zumeist von langjährigen Partnern) zuzukaufen. Und so ist es jedes Jahr aufs Neue schön, wenn die neue Saison startet und es wieder leckere frische eigene/regionale Produkte gibt. Das ist mittlerweile der Fall und so wird nicht mehr "nur" gesät und gepflanzt, sondern auch schon geerntet. Diese Woche haben wir mit dem eigenen Salat angefangen. Aus eigener Produktion gibt es somit nun schon Salat, Asia-Salat, Radieschen und Petersilie. Nachdem der Saisonstart noch mit holländischer Ware bestriten wurde, gibt es nun auch von regionalen Kollegen Spargel, Erdbeeren und Rhabarber. Und die nächsten Wochen wird das Angebot kontinuierlich wachsen (als Nächstes aus eigener Produktion folgen z.B. die Kohlrabis) bis dann im Sommer fast alles aus eigener Produktion, oder von lokalen Kollegen kommt. :)