Warum werden Kartoffeln eigentlich im Damm angebaut?

Wir waren diese Woche damit beschäftigt unsere Kartoffeldämme aufzubauen. Doch wieso werden Kartoffeln eigentlich im Damm angebaut?
 
Der Damm hat eine größere Oberfläche als wenn die Erde glatt wäre. So erwärmt sich der Boden schneller und die Jugendentwicklung der Pflanzen ist schneller. Durch die größere Oberfläche trocknen die Dämme schneller ab. V.a. die Knollen der Kartoffeln mögen keine Staunässe. Die Mutterknolle wird beim Pflanzen so platziert, dass das Knollennest an der Unterkante des späteren Damms liegt. So haben die Knollen maximalen Platz zum wachsen, trocknen immer schnell wieder ab und die Wurzeln können tiefer unter den Damm wachsen, so kommen sie auch noch an Wasser, wenn die Dämme schon trocken sind. Das schnellere abtrocknen ist auch bei der Ernte sehr wichtig. Der Roder nimmt den kompletten Damm auf. Im Idealfall wird die Erde abgesiebt und nur wenige größere Erdbrocken müssen absortiert werden. Trockene Erde ist siebfähig, feuchte/nasse nicht/weniger, daher ist ein rasches Abtrocknen der Dämme für die Ernte wichtig. Kartoffeln die an die Erdoberfläche wachsen und Tageslicht ausgesetzt sind werden grün und sind nicht mehr genießbar. Große, bauchige Dämme stellen sicher, dass möglichst wenige Knollen das Tageslicht sehen.
 
Wir formen unsere Dämme mit einer sogenannten Dammfräse. Hierbei wird der Boden zwischen den Reihen mit Fräszinken intensiv zerkleinert und dieser lose, feine Boden steht dann für den Dammaufbau zur Verfügung. Dadurch werden gröbere Bodenaggregate nochmal zerkleinert und der Roder kann später effektiver die Erde absieben und von den Knollen trennen. Wir pflanzen mit zwei Reihen und fräsen mit vier und alles mit alter Technik, ohne GPS und sonstige Hilfsmittel. Da brauchen Pflanzmaschinenfahrer und Fräsfahrer viel Geduld und Konzentration, damit es am Ende auch passt und die Fräse wirklich nur den Boden und nicht die Knollen bearbeitet.
 
Und wir finden: Frisch gefräst sehen die Dämme auch einfach richtig schön aus:)